Business for Future: magdas Social Business

Das Wiener Unternehmen magdas social business kommt in der Fachliteratur als role model für Social Business vor. Gabriela Sonnleitner war beim Systemicum 2021 Gast von Harald Lederer.

Rund um die Frage „Wie sozial kann Wirtschaft?“ erzählte die Kommunikationsexpertin und Geschäftsführerin, wie magdas diesen unternehmerischen Spagat hinbekommt. Sehen Sie hier einen gekürzten Mitschnitt dieses Gesprächs oder lesen Sie unten, worum es ging ...


 

„I will not spend the money for myself. I will rather spend it in special business on a no-profit-no-loss policy”, meinte Muhammad Yunus anlässlich der Verleihung des Nobelpreises im Jahr 2006. Der Wirtschaftswissenschafter brachte die Idee von Sozialunternehmen in Wirtschaftsmedien, Studien und Fachliteratur. Er empfahl, das kapitalistische Wirtschaftssystem durch Unternehmen zu vervollständigen, die nicht ausschließlich auf wirtschaftlichen Erfolg abzielen, sondern sozialen Profit anstreben. Anstatt Gewinne auszuschütten, solle in das Unternehmen reinvestiert werden und so der gesellschaftliche Zweck finanziert werden.

magdas Social Business, eine Tochtemagdas hotelr der Caritas Wien, verfolgt dieses Ziel mit vier Geschäftsbereichen. magdas Essen versorgt mit einer Großküche Kantinen in Unternehmen, Kindergärten, Schul- und Heimkantinen mit hochwertigem Essen. Eine Reinigungsfirma sorgt in zahlreichen Betrieben für ein sauberes Arbeitsumfeld, ein dritter Bereich recycelt Handys aus der Ö3-Wundertüte, um soziale Initiativen zu unterstützen. Magdas Hotel ist vermutlich der bekannteste Betrieb – Menschen mit Fluchthintergrund erlernen hier Berufe für Gastronomie und Hotelbranche. 200 Mitarbeiter*innen aus 35 Ländern arbeiten bei magdas. Anstelle Gewinne an die Eigentümerin auszuzahlen, wird in die Ausbildung der Mitarbeiter*innen investiert.

Gabriela SonnleitnerFür Führung, so Gabriela Sonnleitner, schafft das besondere Herausforderungen. Und damit meint sie nicht nur sich und ihren Geschäftsführer-Kollegen Michael Kleinbichler, auch Geschäftsfeld-, Abteilungs-, Teamleiter und Vorarbeiter*innen sind gefordert. Kein Wunder – neben der Komplexität des „normalen“ Wirtschaftslebens hat Führung hier ständig die beiden Pole sozial und business auszubalancieren. Ein heftiger Lernprozess, wie Gabriela Sonnleitner berichtet. Das gelingt nur in kontinuierlichem Austausch über den Zweck, das WHY des Unternehmens. So gelingt es die Mitarbeiter*innen – rund 50% gehören der Wirkungsgruppe an – nach ihren Stärken, Talenten und Fähigkeiten einzusetzen. Dass dabei auch Spaß und Freude über die gemeinsame Arbeit Platz haben, zeigen die Fotos aus der geteilten Präsentation. Ein Beispiel dafür ist das Hotel. Hier werden Menschen, die teils ähnliches erlebt haben – Reiseerfahrung, in einem fremdsprachigen Land zu leben, der Wert von Gastfreundschaft – zu Gastgeber*innen ausgebildet.

„Unsere Mission? Jeder Mensch soll einen guten Arbeitsplatz haben.“ So Gabriela Sonnleitner. Und weiter: „Das spannendste ist, was Neues auszuprobieren und sich etwas zu trauen.“ Das magdas diesen Weg mutig und glaubwürdig geht, erlebt man*frau am besten als Kund*in. Ich empfehle an einem heißen Sommertag den schattigen Garten in magdas Hotel auszuprobieren. Und dass die Crew von magdas sich einiges traut, wird auch am Video der Jerusalema Dance Challenge sichtbar. Aber das kann ich nicht erzählen. Bitte schauen Sie selbst ...

Harald Lederer

Harald Lederer

Systemischer Organisationsberater, Wirtschaftstrainer, Experte für Non-Profit, Social Profit und Public & Health Care
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