Gesellschaftlicher Wandel – was geht das Unternehmen an?

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: unsere Gesellschaft verändert sich erstens schnell und zweitens fundamental. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Es ist eine „Große Transformation“, wie es Wirtschaft- und SozialwissenschaftlerInnen nennen.

Der gesellschaftliche Wandel hat viele Ursachen und viele Gesichter. Ausgelöst durch neue Technologien haben wir einen digitalen Wandel und auch die Globalisierung, weil wir jetzt über den ganzen Erdball nicht nur kommunizieren, sondern auch produzieren und konsumieren können. Grenzen waren gestern.

Wir haben zugleich eine Klimakrise, die durch die zweite industrielle Revolution – die auf fossilen Energiequellen aufgebaute Automobilindustrie mit allen ihren Folgen – ausgelöst wurde.

Und wir haben eine veritable ökonomische Krise in Gestalt der immer stärker aufgehenden Differenz zwischen Arm und Reich, die zu sozialen und politischen Umformungen führt.

Was hat gesellschaftlicher Wandel mit Unternehmen zu tun? Was hat das mit Managern zu tun?

Unternehmen sind in mehrfacher Hinsicht mit dem gesellschaftlichen Wandel verbunden:

  • Unternehmen sind Auslöser des Wandels: Neue Technologien – Stichwort „Silicon Valley“ haben unsere Welt auf den Kopf gestellt. Die dort entwickelten Technologien bestimmen unser Leben.
  • Unternehmen haben die Natur als unbegrenzte Ressource genützt – als Energiequelle und als Abfalleimer. Ohne die auf fossiler Energie aufgebaute Wirtschaft hätten wir kein Problem mit unserer Umwelt.
  • Unternehmen sind aber auch ein Ort, wo Lösungen für diese Probleme entstehen. Unternehmen – also ihr Management – entscheiden sich immer mehr für eine nachhaltige Produktion, sie achten immer stärker auf schonende Infrastrukturen bei ihrer Logistik, manche bemühen sich um eine wertebasierte Unternehmenskultur und mehr Gerechtigkeit für MitarbeiterInnen: bessere Löhne, mehr Frauen in Führungspositionen etwa.

Ohne Unternehmen und ohne Organisationen gibt es keinen Wandel, sondern höchstens Chaos.

Wie können Unternehmen zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung beitragen?

Manche Unternehmen haben bereits vor längerer Zeit damit begonnen, sich auf neue gesellschaftliche Entwicklungen einzustellen.

  • Das erfolgreiche und bekannte Seminarhotel Retter bietet seinen Gästen bereits seit vielen Jahren Speisen aus Bio- und regionalen Produkten; die Seminarräume sind mit naturnahem Material eingerichtet.
  • Das Logistik-Unternehmen Gebrüder Weiss hat bereits vor etwa 15 Jahren im Rahmen eines Veränderungsprozesses eine Action-Learning-Gruppe beauftragt, Methoden zu suchen, die dazu beitragen, die CO2-Emissionen der LKW-Flotte zu reduzieren. Ein Ergebnis der Gruppenarbeit war, dass sowohl im Empfangsbereich – den Kunden, Lieferanten und Partner zuerst betreten – und über dem Eingang zur Kantine – wo täglich alle MitarbeiterInnen durchgehen – ein großer Bildschirm befestigt wurde, auf dem permanent der aktuelle CO2-Verbrauch in Säulendiagrammen sichtbar wurde. Das Umweltbewusstsein wurde damit geschärft, noch bevor es zum Mainstream wurde.

Solche Beispiele gab und gibt es viele. Sie sollen anderen Unternehmen Mut machen, sich auf eine neue Reise zu begeben.

Das Systemicum – ein Raum für Innovation und Problemlösungen

Aus vielen Erfahrungen schließen wir, dass es mehr Räume für Dialoge braucht, wollen wir den gesellschaftlichen Wandel verstehen und nach zukunftstauglichen Innovationen und Lösungen suchen.

Das Konzept unseres Systemicums ist auf die Begegnung von unterschiedlichen „Playern“ des gesellschaftlichen Wandel ausgerichtet. Wir eröffnen einen Raum für Dialog zwischen Wissenschaft, VertreterInnen von NGOs, die sich mit Zukunftsfragen der Gesellschaft – Ökologie, Demokratie, Ökonomie  – beschäftigen und Unternehmen, die diese Entwicklungen mitgestalten und vorantreiben können.

Details zu Infos und Programm des Systemicums 2020 finden Sie unter www.systemicum.eu

Ruth Seliger

Ruth Seliger

Geschäftsführende Gesellschafterin von trainconsulting, systemische Beraterin für umfassende Veränderungsvorhaben in Organisationen und Entwicklung von Führung, Mitglied der ÖGGO
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