ReThinking Human Resources

PersonalentwicklerInnen sind oft maßgeblich an der Gestaltung von Organisationen und der in ihnen erbrachten Arbeit beteiligt. Positive HR ist ein Ansatz, der die zentralen Überlegungen von Gehirnforschung, Positive Sciences sowie Organisationsdesign in die Personalarbeit integriert.

Positive HR

  • geht davon aus, dass MitarbeiterInnen und Menschen grundsätzlich motiviert sind, es aber gute Rahmenbedingungen braucht, damit Leistung möglich wird;
  • legt den Fokus der HR-Arbeit bewusst auf Ressourcen, Potenziale und Stärken und versucht, diese konsequent zu entdecken und zu fördern;
  • untersucht gezielt Erfolge und außergewöhnliche Leistungen im Hinblick auf Lernchancen und Übertragungsmöglichkeiten auf andere Unternehmensbereiche.

Im Kern steht eine Ausrichtung von Rollen, Prozessen und Instrumenten des Human-Resources-Managements an einigen wenigen zentralen Prinzipien, die sich aus der Vision des Unternehmens ableiten. Positive HR wirkt sowohl auf die Führung der Organisation als auch auf die Führung von Menschen ein.

Lesetipps

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Die Eckpfeiler von Positive HR

Systemisch-konstruktivistisches Organisationsverständnis

Wir beziehen uns in unserem Organisationsverständnis auf die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und betrachten Organisationen als lebende und lernende Systeme mit Eigen-Sinn. Organisationen und Menschen entscheiden auf Basis ihrer spezifischen Annahmen („innere Landkarten“), selektiver Wahrnehmungen und Sinngebung, in die neue Erfahrungen ständig integriert werden. Unter diesen Annahmen sind weder Menschen noch Organisationen direkt steuerbar, da sie auf Basis ihrer jeweiligen Eigenlogik agieren, die von außen nie zur Gänze erfasst oder verändert werden kann. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Führung und Gestaltung von Organisationen. Gleichzeitig erlaubt ein solcher Blick auf Organisationen einen Umgang mit Komplexität und damit deren Handhabe, der unter der Annahme von absoluter Berechenbarkeit nicht gegeben ist.

Positive Sciences

Ausgehend von der Entwicklung der Positiven Psychologie (Martin Seligman) hat sich in den letzten Jahren eine breite transdisziplinäre Bewegung in vielen Wissenschaftsfeldern formiert, die als Positive Sciences zusammengefasst werden kann. Neben der Positiven Psychologie kommen zentrale Beiträge aus der Gehirnforschung (Gerald Hüther u. a.), der Ökonomie (Richard Layard) und verschiedenen Teilbereichen der Organisationsforschung wie Positive Organization Scholarship und Positive Leadership (z. B. Kim Cameron), Strengths-based Management (z. B. Marcus Buckingham) oder Flow-Forschung (Mihaly Csikszentmihalyi). Gemeinsam ist diesen Ansätzen eine Fokussierung auf Stärken und Potenziale, ein von Vertrauen und Wertschätzung geprägtes Menschenbild und eine radikale Lösungsorientierung.

Organisationsdesign

Das Organisationsdesign ist ein Ansatz für eine tief greifende Veränderung und Gestaltung von Organisationen (z. B. Naomi Stanford oder Oliver Schrader/Lothar Wenzl). Die zentrale Überlegung hinter dem Organisationsdesign besagt, dass das Ziel jeder Veränderung in Organisationen letztendlich eine Veränderung im Verhalten der Menschen sein muss, die in der Organisation arbeiten, Verhalten aber nicht direkt gesteuert werden kann. Menschen richten ihr Verhalten nach ihrer eigenen Logik anhand von Rahmenbedingungen aus. Daher muss eine Veränderung immer an diesen Rahmenbedingungen ansetzen: den Organisationsstrukturen, Prozessen, Instrumenten, Kommunikationsstrukturen bis hin zu Policies oder architektonischen Aspekten wie der Gestaltung von Fertigungshallen, Büros oder Meetingräumen. Diese Rahmenbedingungen werden im Organisationsdesign als „Formen“ bezeichnet. Organisationsdesign bedeutet eine Ausrichtung sämtlicher Formen der Organisation an einigen wenigen zentralen Leitprinzipien. Diese Prinzipien sollen das gewünschte Verhalten der Menschen beschreiben. Die Überlegung ist: Wenn sich sämtliche Formen an Prinzipien orientieren, die ein bestimmtes Verhalten unterstützen, werden die Menschen ohne Zwang durch starre Regeln ein Verhalten wählen, das angesichts dieser Formen sinnvoll erscheint und damit den Prinzipien entspricht.

Mit und für PraktikerInnen

Um die theoretischen Erkenntnisse in praxisnahe Modelle und Instrumente umwandeln zu können, ist es uns wichtig, direkt mit jenen Menschen in Kontakt zu treten, die diese Instrumente schlussendlich nutzen: erfahrene HR-Executives.

Unser Co-Creation-Programm zielt genau darauf ab und ermöglicht gemeinsames Entwickeln und Lernen. trainconsulting stellt dafür den Rahmen zur Verfügung, gibt Impulse aus der Theorie, hilft, den Erfahrungsaustausch zu fördern, und liefert Ansätze, um Positive-HR-Instrumente zu entwickeln und in die eigene Praxis zu bringen.

Ein Co-Creation-Programm-Zyklus umfasst regelmäßige Workshops mit Inputs zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wie auch Fallbeispielen aus der eigenen HR-Praxis. Gewonnene Ansätze können direkt getestet werden, die Ergebnisse werden gemeinsam diskutiert.

Zusätzlich werden eintägige Lernreisen in innovative Unternehmen organisiert, um Positive-HR-Modelle praktisch erleben zu können. Im Rahmen kollegialer Beratung werden schlussendlich Lösungen erarbeitet, um die Erkenntnisse der gemeinsamen Forschung in die Praxis der eigenen Organisation zu übertragen.

Die TeilnehmerInnen lernen, forschen und entwickeln in diesem Setting etwa ein halbes Jahr lang gemeinsam zu Positive HR, unterstützt von unseren BeraterInnen. Die Themen reichen dabei von der Führungskräfteentwicklung über das Performancemanagement und die Stellenbesetzung nach Stärken oder den Review konkreter Instrumente bis zu der Reflexion der eigenen Rolle oder der Gestaltung von Veränderungsprozessen.

Wenn Sie mehr über unser Co-Creation-Programm oder die kommenden Termine erfahren wollen, schreiben Sie uns bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Was unsere TeilnehmerInnen sagen

Wolfgang Braunböck
Vice President, Human Resources Eastern Europe, CIS, Middle East and Africa

„Dieses Programm hat mir sehr geholfen, die eigene HR-Arbeit zu reflektieren, neue Ideen zu finden, zu experimentieren und Neugier zu wecken. HR ist ja manchmal ,Lost in Transaction‘ und findet aus dem Tagesgeschäft nicht mehr heraus. Diese Lernreisen waren dann sehr spannend und der Meinungsaustausch sehr befruchtend. Und Positive HR umzusetzen, war schlussendlich nicht so schwierig, weil es einfach eine so wertschätzende Art der Arbeit ist.“

Alexandra Leopold
Head of HR, Knill Technology

„Es war sehr gut investierte Zeit. Ich habe wirklich viel gelernt und schon viel in die eigene Arbeit übertragen. Ich habe jetzt begonnen, ein Ideenbuch zu schreiben, weil es so viel Inspiration gab.“

Johannes Köpl

Johannes Köpl

Berater für Change Management, Führung und Organisationsdesign; Experte für Organisationskultur und internationales Management; vielfältige Erfahrung in HR-Management, Personal- und Organisationsentwicklung in Österreich, Costa Rica und den USA

Eva Peter

Eva Peter

Expertin und Fachcoach für Positive Leadership, Personalentwicklung, Positive Change und Konfliktmanagement; Führungs- und Projektleitungserfahrung in Unternehmen in Mittel- und Osteuropa, Frankreich, der Schweiz und den USA; über 10 Jahre Erfahrung in HR- und PE-Leitung

Jürgen Sicher

Jürgen Sicher

Sparringpartner, Impulsgeber und Coach für Führungskräfte, Experte für Organization Design, Change, Positive Leadership und Positive HR; Entwicklung stärkenbasierter HR-Konzepte; Begleitung und Umsetzung von HR-Konzepten; langjährige Führungserfahrung in internationalem Umfeld

Claudia Wintersteiger

Claudia Wintersteiger

Selbstständige Beraterin, Trainerin und Coach seit über 10 Jahren; Expertin für nachhaltiges Change Management, Positive Leadership und stärkenorientiertes HR-Management; Erfahrung in leitenden Funktionen bei internationalen Großkonzernen wie Nike und Mondelez

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